Montag, 9. August 2010
Kranich-Aktion
Gern gebe ich den Brief von Anja Krohmer aus Österreich weiter:

Liebe Familien,

mehr als 4 Monate hat es gedauert, bis sich das Bundeskanzleramt dazu bequemt hat, auf unsere Kranich-Aktion zu antworten. Vielleicht war es Stress, Überarbeitung, Desinteresse? Jedenfalls kam die Antwort erst nachdem ich nachgefragt hatte. Geht eine demokratisch gewählte Regierung so mit ihren Bürgern um? Offensichtlich ja!

Hier könnt Ihr den Briefwechsel nachlesen: http://www.diefreilerner.eu, dann unter Kranichaktion weiter.

Aber ich kann Euch auch eine erfreuliche Nachricht überbringen: Das Video zur Kranich-Aktion ist fast vollendet. Es ist derzeit bei unserem lieben Übersetzer Neven in Bearbeitung, der noch die englischen Untertitel drunter setzt. Danach ist das Filmchen dann bei youtube für die ganze Welt anzuschauen! Ich werde Euch rechtzeitig informieren, wenn das Video online ist.

Inzwischen gibt es eine neue Kranich-Initiative vom Bundesverband Natürlich Lernen. Der Bundesverband lädt zum Kranichfalten ein, damit zum Internationalen Tag der Bildungsfreiheit am 15.9. möglichst viele Kraniche der Kultusminsterin von Baden-Würtemberg übergeben werden können. Details unter http://bvnl.de/ Ich bin schon auf die Antwort der Kultusministerin gespannt. Auf wen wird sie wohl die Verantwortung schieben?

In diesem Sinne viele Grüße!

Anja Krohmer
www.die Freilerner.eu

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Dienstag, 3. August 2010
Und so geht Ungarn mit Freilernern um...
... ein interessanter Beitrag zur Handhabung der Schulpflicht in Ungarn:

Schach-Talent Richard Rapport (Harry-Potter-Leser und FC-Bayern-Fan).
http://www.chessbase.de/nachrichten.asp?newsid=10363

" Was in Deutschland mit seiner strenger reglementierten Schulpflicht schwierig ist, kann in Ungarn eher verwirklicht werden, nämlich dass ein
Neunjähriger die reguläre Schule verlässt, sich den Lehrstoff anderweitig statt im Klassenzimmer aneignet und fortan nur bei den Prüfungen anwesend sein muss. Ab 2008 ist Richard praktisch ein
Schachprofi, der sich eigener Aussage zufolge täglich zwischen 8 und 10 Stunden mit Schach beschäftigt, aber auch Fremdsprachen lernt, Englisch kann er schon recht gut, Deutsch passabel. Den nötigen Ausgleich findet Ricsi (sprich „Ritschi“), wie ihn alle nennen, im Sport (hauptsächlich Rad fahren, Fußball und Tischtennis), Lesen (Lieblingslektüre: Harry
Potter) und – beim Toben mit seinen drei Geschwistern, wovon das beigefügte Privatbild ein beredtes Zeugnis ablegt. Richard wird von einem Manager betreut, dem Juristen und Schachmeister Dr. Andras Flumbort, der uns mit den beigefügten Fotos versorgte. IM Flumbort spielt übrigens für die SG Trier in der deutschen Bundesliga. Ob Rapport
dort auch einmal auftauchen wird? Schon möglich, der Junge hat ohnehin eine Affinität zu Deutschland und ist ein erklärter Fan von FC Bayern München!"

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Montag, 19. Juli 2010
Schweden schränkt Freilernen massiv ein
Unter

http://www.washingtontimes.com/news/2010/jul/18/home-school-ban-in-sweden-forces-families-to-mull-/?page=1

findet sich ein sehr informativer Artikel (in Englisch). Freies Lernen ist in Schweden ab (nächsten) Juli nur noch in speziellen Ausnahmefällen möglich, gesundheitlich oder wegen weiter Entfernung zur nächsten Schule. Weltanschaulich oder religiös begründetes Freilernen wird völlig untersagt, mit der ergreifenden Begründung, die schwedischen Staatschulen böten "umfassenden und objektiven" Unterricht, und deswegen sei Homeschooling überflüssig.
In der Praxis wird es auch für Eltern schwierig, die ihre Kinder aus pädagogischen Gründen oder wegen deren besonderen Bedürfnissen schulfrei lernen lassen wollen.
Im Gesetz wird so getan, als gebe es ausschließlich weltanschauliche Gründe für Freilernen. Ich habe extra nachgefragt, und Jonas schrieb mir hierzu:
"... The Swedish Government completely ignores the
fact that there is homeschooling for pedagogical reasons, although we have spellt it out to them explicitly.
Isn't it quite clear that even the secular Lantz family is going to need to go in exile when the new law takes effect?
Still ignoring the main reason for homeschooling in Sweden today is a weakness in the law ..."

Damit sind die Bedingungen in Schweden fast so schlecht geworden wie in Deutschland, und viele schwedische Familien denken jetzt über Emigration nach. Viele wollen aber auch dableiben und für ihre Freiheit kämpfen. Ich kenne Jonas Himmelstrand, den Leiter der größten schwedischen Freilernorganisation, persönlich und schätze ihn sehr als Kollegen der entwicklungspsychologischen Arbeit des Neufeld-Institutes, zu dem wir beide gehören. (www.neufeldinstitute.com) Seine drei Kinder sind sehr sensibel, der älteste sogar autistisch, und sie gedeihen bestens mit Freilernen.
In Schweden werden fast alle Kinder vom 2. Lebensjahr an ganztätig (8-10 Stunden, manchmal noch länger) außer Haus betreut, da das Steuersystem absichtlich so gestrickt ist, dass eine Familie mit nur einem Gehalt nicht überleben kann. Gleichzeitig verdienen die Frauen (wie in Deutschland) im Durchschnitt deutlich weniger - das ist der Hintergrund des weltweit als vorbildlich gepriesenen "schwedischen Modells".

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